Schlägt man heute die überregionale Presse auf, finden sich zahlreiche Beiträge die sich mit einer aktuellen Studie des DGB über das Einkommen von Leiharbeitern beschäftigen.
Schlägt man heute die überregionale Presse auf, finden sich zahlreiche Beiträge die sich mit einer aktuellen Studie des DGB über das Einkommen von Leiharbeitern beschäftigen.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass Leiharbeiter mehrheitlich nur die Hälfte dessen verdienen, was Vollzeitbeschäftigte bekommen. Konkret sind das im Durchschnitt 1.456 Euro in den alten Bundesländern und 1.124 Euro in den neuen Bundesländern. Mehr als 10 Prozent im Westen und rund 20 Prozent im Osten verfügen dabei über weniger als 1.000 Euro. Gerade mal 19,1 Prozent der Leiharbeiter verdienen mehr als 2.000 Euro Brutto. Die Entwicklung ist uns seit längerem bekannt, weshalb ich mich unlängst im Rahmen der IG Metall Kampagne „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld“ für die Rückstufung der arbeitsmarktpolitische Funktion der Leiharbeit ausgesprochen habe.
Leiharbeit macht nur dann Sinn, wenn sie zur „Brücke“ für Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt wird. Wenn ich mir die Studie anschaue, dann gilt es, den Missbrauch von Leiharbeit umgehend zu beenden. Zudem müssen wir die Reichweite der Leiharbeit überprüfen, denn ursprünglich sollten damit betriebliche Auftragsspitzen abgefangen werden. Die schleichende Ausweitung dieser Beschäftigungsform gefährdet meines Erachtens die Zukunftsfähigkeit des „Modells Deutschland“, das aufs Engste mit einem funktionierenden Tarifsystem, starken Gewerkschaften und einer stabilen Lohnentwicklung verbunden ist. Deshalb ist eine gesetzliche Nachbesserung und Regulierung der Leiharbeit nötig, um innerbetriebliche Konkurrenz zu verhindern, Lohngerechtigkeit herzustellen.