Für Mannheim im Landtag

Dr. Stefan Fulst-Blei

Mehr G 9!

Veröffentlicht am 17.07.2014 in Pressemitteilungen

Zehn Jahre nach der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G 8) in Baden-Württemberg diskutierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt Mannheim über Chancen und Probleme von G 8.

Die Veranstaltung „Feiern oder Trauern? Zehn Jahre G 8 – Welche Reformperspektiven gibt es für das achtjährige Gymnasium“ zeigte, dass dieses Thema alle Beteiligten aus Lehrerschaft, Elternschaft und Schülerschaft bewegt. Eine Vielzahl der Beteiligten sprach sich damals für eine Ausweitung des neunjährigen Gymnasiums (G 9) aus. Aus diesem Anlass organisierte die SPD-Gemeinderatsfraktion Mannheim gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Fulst-Blei am 17. Juli 2014 erneut eine Veranstaltung zu diesem Thema unter dem Titel „Mehr G 9“.

 

Nach dem Grußwort von Stefan Fulst-Blei diskutierten auf dem Podium der Rektor des Karl-Friedrich-Gymnasiums Prof. Dr. Hermann Wiegand, Stadträtin Lena Kamrad und der Vorsitzende des Elternbeirats am Karl-Friedrich-Gymnasium Dr. Jürgen Kenn. Im Fokus stand die Frage, wie G 9 in der Praxis ausgeweitet und umgesetzt werden kann. Prof. Dr. Wiegend stellte vor allem heraus, dass es nicht sinnvoll sei, Schülerinnen und Schülern ihre Kindheit zu nehmen und ein paralleler G 9-Zug erst die Möglichkeit schaffe, den gymnasialen Anspruch aufrechtzuerhalten. Ferner sprach er sich für eine Wahlfreiheit zwischen G 8 und G 9 aus und betonte, dass viele Eltern diesen Weg wählen würden, um ihren Kindern neben Freizeitaktivitäten auch ein kulturelles Angebot zu ermöglichen. Die jugend- und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Gemeinderatsfraktion Mannheim wies darauf hin, dass ein verpflichtender G 8-Zug aufgrund der finanziellen Mehrbelastung durch Nachhilfe Familien aus bildungsfernen und sozial-schwachen Milieus stärker benachteiligen würde. Auf den Hinweis, dass die Modellschulen an den Rand ihrer Kapazitäten angelangen, erklärte Lena Kamrad: „Bei einem Schulversuch, wie ihn die grün-rote Landesregierung anstrebt, dürfen die Schulträger nicht allein gelassen werden.“ Der Vorsitzende des Elternbeirats Dr. Jürgen Kenn befürwortete eine Ausweitung des Schulversuchs, da der Wunsch nach mehr G 9 bei der Elternschaft groß ist: „Es gibt Schüler, die für G 8 geeignet sind und es gibt Schüler, die einfach ein bisschen mehr Zeit brauchen.“

 

Alle Diskutanten sprachen sich jedoch gegen eine Reduzierung der Stofffülle als mögliche Maßnahme aus. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion erklärte dazu abschließend: „Bei der G 9-Ausweitung soll der G 8-Lehrplan lediglich auf den G 9-Zug gestreckt werden und keine Wiederkehr zum ursprünglichen G 9-Lehrplan stattfinden. G 9 ist mit Sicherheit nicht die Lösung aller Probleme, jedoch sollte unseren Kindern die bestmögliche Ausbildung ermöglicht werden.“