SPD diskutiert über sich wandelnde Bestattungsformen in Mannheim.
SPD diskutiert über sich wandelnde Bestattungsformen in Mannheim.
„Integration darf nicht nach dem Tod enden! Muslime sowie Mitglieder israelitischer Re-ligionsgemeinschaften, die in Mannheim eine Heimat gefunden haben, sollen die Mög-lichkeit haben sich nach den Regeln ihrer Tradition und Religion bestatten zu lassen“, betonte Dr. Stefan Fulst-Blei, Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Mannheim-Nord bei einer Informationsveranstaltung in der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee zum Thema Bestat-tungsformen. Thomas Reusch-Frey, evangelischer Theologe und federführender Abgeordneter beim Thema Änderung des Bestattungsrechts, führte kurz in die Thematik ein: „Bisher haben sich viele Muslime nach dem Tod in ihrer Heimat bestatten lassen. Durch die Abschaf-fung der Sargpflicht ist nun die Möglichkeit gegeben, in dem Land, in dem man lebt, die letzte Ruhe zu finden.“ Die Aufhebung der Sargpflicht ist für Ralf Eisenhauer, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion ein klares Signal zur Integration: „Es ist wichtig, dass die Religio-nen von den Bürgerinnen und Bürgern in Mannheim gelebt werden können“. Die integrationspolitische Sprecherin der SPD-Gemeinderatsfraktion Marianne Bade er-gänzte in der Diskussion, dass der Wunsch von Seiten der Hinterbliebenen besteht, eine rituelle Reinigung des Leichnams in Grabfeldnähe vornehmen zu dürfen: „In Mannheim gibt es vierzehn Moscheen und bereits seit den 80ern ein Grabfeld für Muslime. Daher freut es mich, dass mit der Änderung des Bestattungsrechts ein Signal zur Anerkennung religiöser Vielfalt gesetzt wurde“, erklärte Bade. Petar Drakul und Thomas Weichert, die die Informationsveranstaltung moderierten, be-tonten abschließend die weiteren Anstrengungen der SPD, die Möglichkeiten zur In-tegration weiter zu erhöhen. Mit dem neuen Bestattungsrecht sei ein wichtiger Schritt gemacht worden.Vertreter verschiedener muslimischer Gemeinden in Mannheim be-grüßten die Entwicklung und bedankten sich bei der SPD und ihren Abgeordneten für ihr Engagement im Bereich des Bestattungsrechts.