Daniel Born: „Richtig bei anderen Bundesländern abschauen und umfangreiche Qualifizierung der Lehrkräfte gewährleisten"

Veröffentlicht am 06.07.2018 in Landtagsfraktion

Der Bildungsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Daniel Born, zu den nun vorgestellten Lese- und Mathe-Förderprogrammen: „Wir freuen uns, dass unsere Forderung nach einem flächendeckenden Leseförderprogramm endlich Gehör gefunden hat. Wir hatten dazu bereits im Frühjahr 2017 einen entsprechenden Antrag und im Herbst 2017 mehr Finanzmittel im Haushalt gefordert. Die grün-schwarze Einsicht kommt also spät, aber besser als nie.

Wir begrüßen auch, dass sich Kultusministerin Susanne Eisenmann Nachhilfe von SPD-Kultuskollegen in anderen Ländern holt. Nur wenn sie schon abschaut, dann sollte sie das auch richtig machen: Tragende Säule der Programme „Lesen macht stark“ und „Mathe macht stark“ in Schleswig-Holstein sind eine umfangreiche Qualifizierung der beteiligten Lehrkräfte. So hat dort jede Projektschule z.B. Lesecoaches ausbilden lassen, deren Fortbildung fünf Tage umfasste. Frau Eisenmann setzt aber nur auf Handreichungen und Unterrichtsmaterialien, so bleibt es günstiger, aber wahrscheinlich deutlich weniger effektiv. Die Bemühungen der Landesregierung dürfen an dieser Stelle nicht aufhören: Wir brauchen gezielte und flächendeckende Angebote zur Sprachförderung im frühkindlichen Bereich statt dem derzeit vorherrschenden Wildwuchs an Einzelprogrammen. Die Grundschulen brauchen echte Poolstunden statt kostenneutrale Verschiebungen, wie sie durch die Abschaffung des Fremdsprachenunterrichts realisiert wurden. Und die Stellen für die Sprachförderung von Geflüchteten müssen endlich entfristet werden. Die wertvollen Erfahrungen dieser Lehrkräfte könnten zum Aufbau von dauerhaften Sprachförderstrukturen über die gesamte Schullaufbahn genutzt werden – nicht nur Geflüchtete, sondern alle Schülerinnen und Schüler würden davon profitieren.“

 

 

       

Newsletter