Dr. Stefan Fulst-Blei lobt JVA Mannheim

Veröffentlicht am 19.09.2013 in Allgemein

Gute Bildung ist die beste Voraussetzung für erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft

Dr. Stefan Fulst-Blei lobt JVA Mannheim

Justizminister Stickelberger und Kultusminister Stoch stellen in
der JVA Ravensburg neue Leitlinien für die schulische und berufliche
Bildung im Vollzug vor.

„Wir wollen allen Gefangenen ein Bildungsangebot machen, das ihnen den Start
nach der Haft erleichtert.“
Eine gute Bildung und eine arbeitsmarktnahe Ausbildung sind die besten Voraussetzungen für ein Leben ohne Straftaten. Deshalb nimmt die schulische und berufliche Bildung
Gefangener in den Justizvollzugsanstalten des Landes bereits einen hohen Stellenwert
ein. Um die Angebote weiter zu optimieren, haben Justizminister Rainer Stickelberger
und Kultusminister Andreas Stoch nun Leitlinien für die Bildung im Vollzug vorgestellt.
„Wir wollen allen Gefangenen ein bedarfsgerechtes und angemessenes Bildungsangebot machen“, sagten die beiden Minister am Donnerstag (19. September 2013)
während eines Besuchs in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg: „Durch Bildung erhal-ten die Gefangenen eine echte Chance auf soziale Integration und damit eine Perspektive für ihr weiteres Leben.“

Seit Frühjahr hat eine interministerielle Arbeitsgruppe des Justiz- und des Kultusministeriums an Leitlinien für die schulische und berufliche Bildung im Justizvollzug erarbeitet.
Ziel sei, dass alle Gefangenen - unabhängig von der Dauer ihrer Haftstrafe, ihren Sprachkompetenzen und ihrer Nationalität - geeignete Angebote für ihre schulische und
und berufliche Weiterentwicklung bekommen.

„Die Erfahrung zeigt, dass viele junge Menschen in den Justizvollzugsanstalten
nur einen niedrigen Bildungsstand mitbringen“, sagte Justizminister Stickelberger.
Sie müssten zunächst an die Angebote herangeführt und zur Teilnahme motiviert
werden. „Die Ergebnisse zeigen aber, dass das bereits gut gelingt.“ So
hätten im Schuljahr 2012/2013 insgesamt 422 Inhaftierte erfolgreich einen Schul- oder
Berufsabschluss abgelegt. 184 Gefangene erreichten den Hauptschulabschluss
(Schuljahr 2011/2012: 181), 22 den Realschulabschluss (Schuljahr
2011/2012: 22) und 8 die Fachhochschulreife (Schuljahr 2011/2012: 12). Eine
Berufsausbildung absolvieren derzeit 497 Gefangene.

Ein Hauptanliegen der Minister ist, dass die Schulen innerhalb und außerhalb
des Vollzugs in einem intensiveren Kontakt stehen und so von den jeweiligen
Kompetenzen profitieren. „Die im Vollzug arbeitenden Pädagogen und Pädagoginnen
haben große Kompetenzen in der individuellen Förderung junger Menschen
mit besonderen Bildungsverläufen“, sagte Kultusminister Stoch. Deshalb
wollen die beiden Ministerien etwa gemeinsame Lehrerfortbildungen ausbauen.
Lehramtsstudierende sollen bessere Möglichkeiten bekommen, sich im Rahmen
von Praktika mit der schulischen Welt hinter Gefängnismauern zu beschäftigen.
„Wir sorgen für gute Bedingungen, damit Lehrer im Vollzug arbeiten oder Pädagogen
aus Gefängnissen in Regelschulen wechseln können“, ergänzte Stoch.
Damit werde auch sichergestellt, dass die vereinbarten Bildungsziele und Bildungsstan-dards in den Haftanstalten noch stärker berücksichtigt würden.

Auch der Anschluss an die Schul- und Berufswelt nach der Zeit einer Gefängnisstrafe
soll stärker in den Blick genommen werden. Ein Ziel ist, dass junge Menschen
nach der Haftentlassung nahtlos ihre Ausbildung außerhalb des Gefängnisses
fortsetzen können. Hier seien neben neuen Konzepten eine intensivierte
Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie gemeinsame Strategien mit Kammern
und Wirtschaftsverbänden erforderlich.

Der Mannheimer Abgeordnete Dr. Stefan Fulst-Blei weist auf die sehr positiven Erfahrungen in der Mannheimer Justizvollzugsanstalt bei der beruflichen Ausbildung hin. Beeindruckt bei einem Vorortbesuch zeigte sich der gelernte Berufsschullehrer von der hohen Qualität der Ausbildung. Fulst-Blei: „Für viele Strafgefangene sei ein erfolgreicher Abschluss eine Chance für einen Neuanfang nach Haftentlassung.“ Fulst-Blei hat sich auch im Finanzausschuss ausdrücklich hinter die Ausbildung in Gefängnissen gestellt. Anlass für die Debatte war ein Bericht des Rechnungshofes.

 

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